Im Kopf umparken

http://www.youtube.com/watch?v=2djRMoYpiP4

Mit einem viralen Clip macht Opel derzeit auf sich aufmerksam machen. Hintergrund ist das Negativ-Image, unter dem die Marke leidet und das sie nun bekämpfen möchte.
Über die Krücke „Vorurteile“ möchte sie potentielle Autokäufer also davon überzeugen, dass nicht jeder Popel einen Opel fährt, sondern man sich die neue Produktpalette ganz vorurteilsfrei anschauen soll.
Aber ob diese Verbindung im Kopf der Konsumenten funktioniert? Mir persönlich fehlt der Abbinder am Ende, die Auflösung und der Verweis auf den Opel-Konzern. Es zeigt sich immer wieder, dass große Unternehmen ganz schön im eigenen Saft schmoren, wenn sie denken, dass sich Konsumenten vor Überraschung gar nicht mehr einkriegen, wenn sie erfahren, dass Opel so eine tolle Anti-Vorurteils-Kampagne im Netz organisiert hat und sich sogar Joachim Krol, Ken Duken oder ähnliche bekannte Schauspieler dafür ins Boot oder besser Auto holt.
Darüber hinaus möchte ich als Verbraucherin auch nicht von Autokonzernen darüber belehrt werden, dass Vorurteile doof sind, denn das ist mir selbst zumindest theoretisch durchaus bewusst. Der Ansatz „Liebe kleine doofe Konsumenten, ich erklär euch jetzt mal die Welt“, ist anmaßend. Vor allem, wenn man bereits mit Absatzproblemen zu kämpfen hat. Man hätte doch das ADAC-Preise-Debakel viral für Opel nutzen können und zwar auf sehr humorvoll-sarkastische Weise. Opel hat wenig zu verlieren, ein wenig mehr rebellisch-kämpferische Haltung hätte mir wesentlich besser gefallen als eine Gardinenpredigt von der Stange.

Über chio

Freie Werbetexterin aus Berlin.

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