Nene, liebe AXA

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Bei jeder Ausstrahlung von eurem neuen Claim schüttelt sich mein Kopf quasi von alleine.
Maßstäbe setzt man, man definiert sie nicht neu. Sonst könnte ja jeder Maßstäbe setzen, wenn er sie nur vorher schön zurechtdefiniert hat. Aber das ist ja eventuell auch der versteckte Sinn hinter eurem neuen Slogan.

Da könnte ja Volkswagen einen Handkarren verkaufen.
Auto – neu definiert.

Oder Persil Kernseife
Waschmittel – neu definiert.

Oder Texterinnen Schmierzettel
Kampagnen – neu definiert.

Man muss gar nicht immer alles neu definieren. Es würde auch reichen, die eigenen Maßstäbe mal zu kommunizieren, damit man als Versicherungsnehmer weiß, woran man ist.

Findet zumindest die Blogschreiberin.

Mercedes überfährt Klein-Adolf

Der folgende Clip einiger Filmstudenten macht gerade im Netz von sich reden. Diese Art von Humor mit der Brechstange und dem Verweis auf den Nationalsozialismus ist jetzt nicht so meins, aber immerhin zeigen die Studis, dass man mit ein wenig Story und Mut einen Autospot „viralisieren“ kann.
Der Clip wurde von den Filmstudenten Tobias Haase, Jan Mettler und Lydia Lohse produziert und ist für den Nachwuchspreis „First Steps“ nominiert. Daimler gab am Samstag bekannt, dass man es unangemessen finde, den Tod eines Kindes „sowie Inhalte mit einem Bezug zum Nationalsozialismus in einem Werbespot“ zu verwenden – „auch wenn es sich hier nur um einen «fiktiven» Werbespot handelt.“ (Quelle: ksta.de)
Die Firma mit dem Stern sollte vielleicht das Moralin ein wenig rationieren und stattdessen dankbar sein, dass die Marke im Netz diskutiert wird. Vermutlich ist es aber so gelaufen, dass die Studis das Werk zur Kenntnisnahme vorab ans Unternehmen geschickt haben. Mercedes profitiert so von der ungewohnten Netzaufmerksamkeit, ohne sich selbst die Reifen schmutzig zu machen.

PS: Im 3. Reich hat Mercedes Benz übrigens Zwangsarbeiter ausgebeutet und kräftig an der Aufrüstung verdient, sich also keineswegs als Hitler-Attentäter Brutstätte hervorgetan.