Neues Buch!

Obwohl ich in diesem Jahr relativ wenig öffentlich gelesen habe, endet es mit einer Veröffentlichung. Die Geschichte „Der neue Hund“ hat es in ein Buch geschafft. Ich bin ein bisschen stolz. Und lege euch diese Anthologie mit Texten vieler toller Berliner LesebühnenautorInnen wie Sarah Bosetti, Marc-Uwe Kling, Horst Evers, Kirsten Fuchs oder meiner Wenigkeit ans Herz.

Und hier könnt ihr das Buch erhalten.

Naming und Claiming

Namensfindung und Claimentwicklung sind mein Spezialgebiet, hat zumindest gerade ein liebenswürdiger Kunde behauptet. Manche Menschen denken ja, so ein Claim entsteht aus einem Geistesblitz heraus. Das ist schön und kann gelegentlich aus Versehen vorkommen. Die bittere Wahrheit ist jedoch, dass in der Anfrage ein Briefing beigefügt wurde und man zunächst etwas über das Produkt lernt, für das ein Claim oder ein Name entwickelt werden soll. Dieses Produkt verfügt über einen Brand Key und Special Benefits, hat eine Markenpersönlichkeit, die man auch beschreiben kann und eine Zielgruppe. Wenn man all diese Fakten kennt, dann schränkt sich die Zahl der möglichen Worte für den Claim oder den Namen schon mal sehr ein. Denn eigentlich hat man nicht allzu viele Freiheiten als Texterin, wenn das Marketing im Vorfeld gute Arbeit geleistet hat.
Nun ist so ein neues Produkt meistens nicht so neu, dass es nicht viele vergleichbare Produkte dieser Art auf dem Markt geben würde, die auch schon tolle Namen und tolle Claims entwickelt haben. Die Zahl der verfügbaren Wörter schränkt sich weiter ein. Mist, eigentlich sind alle Wörter, die das Produkt eingängig umschreiben könnten, schon abgegriffen und benutzt, kurz, ihnen fehlt der Glanz.
Jetzt wäre es Zeit für einen Geistesblitz, freie Assoziation und Mindmapping können dabei behilflich sein. Ich schreibe die drei Wörter, die nach Markenpositionierung und Wettbewerbsanalyse noch übrig sind auf ein Blatt. Auf dem Blatt stehen dann Wörter wie „Neu, sauber, Frau“. Ein neues Putzmittel für Frauen, das sauberer macht als alle Putzmittel zuvor. Das hat es ja noch nie gegeben, denkt die Texterin. Kopf > Tischplatte > Kopf > Tischplatte.

Jetzt heißt es Synonyme suchen, welche Worte könnten „Neu, sauber und Frau“ ersetzen? Warum überhaupt Frau, kaufen Männer keine Putzmittel. Nein, sagt die MaFo und die Realität räumt mal wieder mit den Visionen von einer gerechteren Welt auf.

Neu: innovativ, brandneu, extraneu, am Neuesten, jung, frisch, erneut, nagelneu, neugemacht, neuwertig, nigelnagelneu, unbenutzt, unberührt, ungebraucht, ungetragen, ungenutzt, nicht verwendet, neu
Sauber: rein, glänzend, poliert,
Frau: Eva, Sie, weibliches Wesen, Krone der Schöpfung, Frauensperson, Frauenzimmer, Weib, Weibchen, Weibsbild, Weibsperson, Frau

Alles langweilig.

Und dann fängt die Arbeit wirklich an. Wenn die kongeniale Texterin die Ergebnisse vieler ausgeraufter Haare an den Kunden schickt, ist sie ein paar Stunden ein sehr glücklicher, mit sich selbst hochzufriedener Mensch, ein Zustand, der durch das Rebriefing sehr brutal zerstört wird. Und dann geht alles von vorne los.

Vergesst mir nicht den Unternehmensblog

Social Media, da erstarren viele in Ehrfurcht oder schütteln sich vor Abscheu. Sofort wird über Sinn und Unsinn von Twitter und Facebook diskutiert und das Thema landet im Nirwana der Unentschlossenheit. Doch viele Unternehmen vergessen einen Social Media Kanal, nämlich den Unternehmensblog. Gerade für Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten ist der Unternehmensblog das Mittel der Wahl, um im Social Web auf sich aufmerksam zu machen und sich mit Gleichgesinnten oder anderen Experten zu vernetzen. Der Blog bietet die Möglichkeit, neben Artikeln Bilder und Videos einzustellen. Ein gut gepflegter Blog zieht Traffic auf die eigene Webseite, erhöht das Google Ranking und hilft dabei, sich auszutauschen und auch selbst zu lernen. Der Blog ermöglicht durch die Kommentarfunktion den Kontakt mit Kunden, ist aber nicht so beschleunigt wie bspw. Facebook, da nicht das gesamte Netzwerk eines Kommentators den neuen Beitrag sofort kommentiert. Natürlich ist ein Blog pflegeintensiv, einmal in der Woche sollte dort schon etwas Nennenswertes eingestellt werden. Deshalb vorher checken, wie es um die zeitlichen Ressourcen bestellt ist. Zudem auch ein wenig über die Tonality nachdenken und sich schlau machen, wie eine Ansprache im Blog zu sein hat. Auch hier ist Top>Down Kommunikation eher unangebracht und Beiträge sollten den Lesern echten Mehrwert liefern und unterhalten. Hilfreich ist es oft, nicht die Haltung eines Besserwissers und Erklärbären einzunehmen, sondern relevante Fragestellungen zu beleuchten und verschiedene Lösungen zu präsentieren.