Der 24.12.

In jedem Jahr kommt für die meisten Unternehmen der 24.12 völlig überraschend. Was muss nicht noch alles erledigt werden in der Kommunikationsabteilung und die Zeit ist ja mal wieder rasend knapp.
Für uns Texter und Texterinnen bedeutet dieses unerwartete Ereignis, dass die Tastatur von November bis Dezember glüht. An Weihnachten sinken wir dann ermattet auf die Couch und schlafen „Oh du fröhliche“ sofort ein. Gar nicht wahr, wir setzen unser harmonischstes Gesicht auf, kochen für einfallende Hundertschaften Riesenvögel und trällern besinnungslos bis besinnlich Weihnachtslieder. Aber damit geht es uns vermutlich genauso wie allen anderen. Deshalb wünsche ich eine produktive Vorweihnachtszeit. Und auf keinen Fall die Geschenke vergessen!

Mein Robin Hood

In der letzten Woche habe ich ein interessantes junges Unternehmen ein wenig beim Claim und den Verkaufsargumenten unterstützen dürfen. Claim und Sub werden zunächst bei einer Promotion-Aktion eingesetzt. Banner, Beachflags und Plakate sollen das Interesse und die Bereitschaft wecken, sich über das Angebot von „Mein Robin Hood“ zu informieren.

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Nene, liebe AXA

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Bei jeder Ausstrahlung von eurem neuen Claim schüttelt sich mein Kopf quasi von alleine.
Maßstäbe setzt man, man definiert sie nicht neu. Sonst könnte ja jeder Maßstäbe setzen, wenn er sie nur vorher schön zurechtdefiniert hat. Aber das ist ja eventuell auch der versteckte Sinn hinter eurem neuen Slogan.

Da könnte ja Volkswagen einen Handkarren verkaufen.
Auto – neu definiert.

Oder Persil Kernseife
Waschmittel – neu definiert.

Oder Texterinnen Schmierzettel
Kampagnen – neu definiert.

Man muss gar nicht immer alles neu definieren. Es würde auch reichen, die eigenen Maßstäbe mal zu kommunizieren, damit man als Versicherungsnehmer weiß, woran man ist.

Findet zumindest die Blogschreiberin.

Second Screen

Die Facebook-Nutzer kennen das Phänomen, ganz besonders wenn man alleine fernsieht bietet es sich an, mit dem Freundeskreis auf entfernten Sofas via Facebook zu chatten, lästern oder auch mal das zu loben, was da im Fernseher vor sich geht. Dabei entspinnen sich manchmal äußerst witzige und interessante Dialoge, die geeignet sind, selbst eine mittelmäßige Sendung amüsant werden zu lassen. Der Second Screen könnte sich zur Rettung des (Werbe-)Fernsehens entwickeln. Hier wird der Zuschauer von der passiven Couchkartoffel zum aktiven Kommentator und mittelfristig eventuell sogar zum Mitgestalter, wenn man ihn nur ließe. Dabei reichen die vorhandenen technischen Möglichkeiten jetzt schon aus, um interessante Inhalte zu entwickeln. Bisher gibt es allerdings noch kein Ratespiel, bei dem der User sich einloggen und in Echtzeit mitraten kann, oder einen TV-Clip, bei dem User voten können, ob er ihnen gefällt. Warum eigentlich nicht?
Wo sind die Konzepte, die die reichhaltigen Möglichkeiten des Second Screen integrieren? Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender hätten doch eigentlich das Budget, hier Vorreiter zu sein, etwas Neues zu wagen und ihre Relevanz zu demonstrieren. Statt darauf zu warten, dass neue interaktive TV-Hardware von den Zuschauern angenommen wird, könnte man schon heute aus den vorhandenen Smartphones & Pads mehr rausholen.

Edeka wirbt mit Panda für mehr Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit allerorten, also auch bei Edeka. Der Lebensmittelmarkt konnte mit dem vergangenen TV-Clip nicht so recht überzeugen. (Zur Erinnerung: Edeka wollte sich Sympathiepunkte bei Menschen mit Migrationshintergrund erarbeiten „Ich kaufe Edeka“ war aber trotz der positiven Message und Kaya Yanar recht humorfrei und holprig.)
Nun ist im Supermarkt der Panda los und weist auf die Kooperation mit dem WWF hin. Das dürfte zu einigen „niedlich“ Aufschreien vor dem Fernseher sorgen und eher weniger kritische Konsumenten ansprechen. Den Niedlichkeitsfaktor und die Grundidee hätte man allerdings noch etwas deutlicher herausarbeiten können, der Panda ist etwas grob geraten, was Mimik und Gestik betrifft. Ein Besuch bsw. im Berliner Zoo hätte da Aufschluss geben können, was ein echter Panda in punkto Niedlichkeit alles draufhat, vermutlich hat aber die Zeit gefehlt, mehrere Tage vor einem bewegungslosen Panda zu sitzen, der Eukalyptus schmaust.
Hardcore Tierschützern und renitenten Ressourcensparern wird missfallen, dass der WWF im Hinblick auf Neutralität und Engagement nicht mehr völlig überzeugen kann. So werfen ihm Kritiker die zu große Nähe zu Unternehmen vor. Das dürfte die meisten Edeka-Kunden allerdings eher kalt und sie zielsicher in den vertrauten gelb-blauen Hafen schippern lassen, statt beim nächsten Bio-Supermarkt tierfreundliche Ware zu einzuladen.